Von September 2013 bis August 2015 ging Alfons bei Doreen in die Orangene Gruppe der Kita in Bad Muskau.
Nachfolgend erzähle ich Geschichten aus diesen Zeiten.
Kita '13-'15
aufgeschrieben am 9.2.20
Eine Kindergärtnerin fand einen alten Elternbrief aus dem Jahr 2014. Sie ließ ihn mir überbringen. Vorn drauf, links Alfons beim Schnitzen. Einmal in der Woche gab es einen Wandertag zur Rädaschnitza. Das mochte Alfons.
Die Menschen denken an Alfons, aber ich erfahre es nicht oder nur auf Umwegen.
aufgeschrieben am 1.9.19
Doreen, seine Kindergärtnerin, schreibt über Alfons: Alfons war einzigartig. Ich habe viel von ihm auch erzählt, wie er damals den Schutt auf den Spielplatz ausgegraben hat und seine Vermutungen, dass dort mal ein Haus gestanden hat. Er war sooo interessiert und seine Ideen. Anders als die anderen Kinder. Etwas ganz besonderes.
Doreen schlug Alfons auch aus Versehen einen Zahn aus, im Wald beim Toben. Einmal in der Woche wanderten sie an die Rädaschnitza, einen kleinen Fluß zwischen Bad Muskau und Köbeln. Dort passierte es und weg war er. Ein zweiter ging auch noch verloren.
Schön war das Vorlesen in seiner Gruppe. Schon bei Carl laß ich vor. Einmal in der Woche und am Ende gab es bei Alfons sogar ein Vorlesenacht in der Kita. Zuvor gab es ein kleines Programm und Fest zur Verabschiedung der Kinder aus dem Kindergarten.
aufgeschrieben am 4.8.19
Mathe
Doreen, Alfons‘ Kindergärtnerin, hatte eine besondere Sorge um Alfons: er tat sich schwer mit einfachen Rechenaufgaben. Ihr fiel das auf, weil er die Augen auf einem Würfel zählen musste und nicht zusammenhängend erfassen konnte. Wir überlegten, ob Alfons zur Ergotherapie gehen sollte, aber das wäre nur nach der Arbeit und Kitazeit möglich gewesen und da Alfons oft kaputt war, wollte ich das nicht. Dafür spielten wir nun fast täglich Mensch-ärgere-dich-nicht. Das macht uns Spaß und nach und nach konnte Alfons leicht die Augen auf dem Würfel mit einem Blick erfassen. In der Schule gehörte Alfons mit Friedrich zu den besten Rechnern seiner Klasse. Ich musste ihm oft zusätzliche Matheaufgaben aufschreiben und später druckte ich sie aus und noch später kaufte ich ihm ein Matheheft der 3. Klasse und er rechnete gern und oft auch am Nachmittag. Damals dachte ich an Doreen zurück und war froh, dass sich ihre Sorge nicht bestätigt hatte.
Wie Alfons vom Wohnmobilausflug berichtete
Als wir nach der Reise mit dem Wohnmobil zu Hause ankamen, stand für Alfons fest: wir machen ein Plakat und ich nehme es in die Kita mit! Auf einem großen, schwarzen Fotokarton zeichneten wir mit weißem Stift die Reiseroute auf, Alfons schnitt die von Papa ausgedruckten Länderfahnen aus, gemeinsam klebten wir Postkarten und Muscheln auf das Plakat. Alfons nahm es mit in den Kindergarten, im Spätsommer 2015. Seine Kindergärtnerin Doreen half ihm. Er zeigte das Plakat seinen Freund*innen, nahm Steinen und Muscheln aus dem Rhein und aus dem Ärmelkanal mit. Die Kinder konnten ihn alles fragen und Alfons kam stolz nach Hause.
Jimi
Alfons bester Freund im Kindergarten war Jim. Er wohnt auch in Bad Muskau. Sie spielten oft zusammen in der Kita und bald kam Jim zu uns oder Alfons war bei Jim. Sie spielten Lego, aber sie tobten auch rum und Jim war ab und an im Wald mit Alfons und Alex oder mit mir am See in Eichwege.
Alfons verstand sich auch mit Kindern gut, die immer etwas als „schwierig“ galten. Ich erinnere mich an Gwen und Nikolas. Nikolas, Jim und Tessa lud Alfons zu seinem 6. Geburtstag ins Planetarium nach Cottbus ein. Jim kam auch noch zum Geburstag, als beide schon auf getrennte Schulen gingen. Oft klappte dann ein Wiedersehen nicht mehr. Als Alfons in Berlin lag, schickte Ramona und Jim ihm einen Leseknochen. Er war bis zu Alfons‘ Tod ein treuer Begleiter und Alfons hatte es sehr berührt, ihn bekommen zu haben.

